Le Ballet
Mecanique
F 1924, 3x12 Min.
Regie: Fernand Leger, Dudley Murphy
Kamera: Dudley Murphy, z.T. Man Ray
Musik: Friedhelm Döhl
Ausführende: Cabaza & ensemble
KONTRASTE
Leitung: Frank Strobel
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Es ist keinesfalls bloßer Koketterie zuzuschreiben, wenn man am Anfang des Films auf einer polierten Metallkugel Fernand Leger und Kameramann Dudley Murphy mit ihrer Kamera reflektiert sieht. Entgegen traditioneller Filmästhetik, die die technischen Bedingungen und die Herstellungsweise möglichst verschleiert, um durch nichts von der Identifikation mit dem Geschehen abzulenken und der perfekten Illusion möglichst nahe zu kommen, legt Leger das filmische Verfahren offen, verweist auf das Gemacht-Sein des Kunstwerks. Der Bildrand, Filmschnitte, mehrfach hintereinander montierte gleiche Bilder werden mit ins Bild hin eingenommen. Auf diese Weise, und durch den Verzicht auf ein herkömmliches Sujet, eine traditionelle Handlung, will Leger den Blick frei machen für die Dinge unserer nächsten Umgebung. "Entautomatisierung der Wahrnehmung", "Entformelung", "Dekomposition" lauten die Schlagwörter der künstlerischen Avantgarde: aus dem gewöhnlichen Zusammenhang genommen, fragmentiert und in eine neue vorwiegend ästhetische, Ordnung gebracht werden gewöhnliche Alltagsgegenstände zu Kunstobjekten. Die Wäscherin
bei der Arbeit und der Maschinenkolben; Augenpaare und Häuserfassaden
Teller, Gläser und Blumen: all dies vereint Lege zu einer Hymne an
den dionysischen Rhythmus des Lebens.
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