Edmund Meisel, geboren 1894, beginnt für Bühne und Film zu komponieren, als er Erwin
Piscator kennen lernt. Piscator räumt in seinen Experimenten mit
dem politischen Theater neben dem Film auch der Musik einen besonderen
Rang ein. Meisel komponiert die Musik zu den von Piscator und Felix Gasbarra
entwickelten Stücken Revue Roter Rummel und Trotz Alledem, bei denen
er eine breite Palette musikalischer Stile erproben kann. Ein ironisierendes
Operettenduett als Alltagsstreit eines kommunistischen Ehepaares gehört
ebenso zu Meisels Repertoire wie Jazz-Rhythmen oder die karikaturistische
Zersetzung vaterländischer Klänge. Mitte der Zwanziger Jahre
vertieft Meisel seine Beschäftigung mit einer über die bloße
Illustrierung hinausgehenden Filmmusik. Aus den Kontakten mit der Kommunistischen
Internationalen Arbeiterhilfe ergibt sich der Auftrag, für deren
Filmfirma die Begleitmusik zur deutschen Aufführung von Eisensteins
Panzerkreuzer Potemkin zu komponieren.
Meisels Betonung von Rhythmik und seinem Interesse an Geräusch-Musik
kommt der nächste Film sehr entgegen: Walther Ruttmanns Berlin –
Sinfonie der Großstadt.