Buster, Filmvorführer in einem Kino, träumt davon, Detektiv zu sein. Im wirklichen Leben
ist er allerdings eher Underdog und Pechvogel: im Werben um seine Geliebte
wird er von seinem Rivalen übertölpelt, der eine Uhr gestohlen
und versetzt hat und den Pfandschein in Busters Tasche geschmuggelt hat.
Buster bekommt daraufhin Hausverbot bei seinem Mädchen. Enttäuscht
und erschöpft schläft er während der Arbeit im Kino ein.
Im Traum spielen in dem Film, den Buster gerade vorführt, plötzlich
auch das Mädchen und sein Nebenbuhler mit. Buster mischt sich ein,
springt in die Leinwand und wird nach einigen Schwierigkeiten schließlich
als Mitakteur aufgenommen. Er tritt als der große Detektiv Sherlock
Jr. auf, der die Schurkerei des Rivalen enthüllt und seine Geliebte
aus dessen Gewalt befreit. In diesem Moment erwacht Buster. Das Mädchen
kommt und erzählt ihm, dass inzwischen seine Unschuld erwiesen wurde
- Happy End auch im wirklichen Leben.
Sherlock Jr. enthält zahllose turbulente Sequenzen und raffinierte
Tricks, die über ihre Komik und technische Brillanz hinaus auch eine
Reflexion auf das Medium und seine Macht sind und auf das Verhältnis
von Filmemachen und wirklichem Leben. Busters Traum wird mit dem Film,
den er vorführt, zur Deckung gebracht. Die Überleitungen sind
dabei rein visuell, also nicht durch Zwischentitel, mittels Doppelbelichtung
gestaltet: man sieht, wie der wache Geist den schlafenden Körper
verlässt, durch den Kinoraum geht und in das Bild auf der Leinwand
springt. Dort wird er gepackt und wieder zurückgeworfen. Buster gibt
nicht auf und unternimmt einen zweiten Anlauf, die zu einer erstaunlichen
Passage führt. In ihr spielt Keaton lange und ausgiebig mit dem Schnitt.
Buster will sich auf eine Bank setzen - Schnitt. Er landet auf einer harten
Bordsteinkante. Während der ganzen Sequenz wird der Blick des Zuschauers
thematisiert: die Leinwand ist als Leinwand zu sehen. Erst nach dem letzten
Schnitt fährt die Kamera so weit vor, dass das Bild auf der Leinwand
mit dem Filmbild identisch wird. Als Buster aus seinem Traum vom Leben
als brillanter Detektiv erwacht, ist er wieder der hilflose Tollpatsch
wie zuvor. Das Mädchen erzählt ihm, dass es ihn wieder liebt,
weil sie den Betrug seines Rivalen entdeckt hat. Buster weiß jedoch
nicht, wie er sich in seinem eigenen Happy End verhalten soll. Da kommt
ihm die Leinwand zu Hilfe: durch das Projektionsfenster sieht er, wie
der Held im Film seiner Liebsten einen Handkuss gibt. Buster tut es ihm
gleich und er folgt auch den Filmbildern, als das Mädchen auf der
Leinwand einen Ring und einen richtigen Kuss bekommt. Als in der letzten
Einstellung sich das Glück der beiden durch ein Zwillingspärchen
vollendet, kratzt sich Buster nachdenklich am Kopf.