Der Rosenkavalier(AUT 1925)

Dauer:
105 min
Regie:
Robert Wiene
Darsteller:
  • Huguette Duflos
  • Jaque Catelain
  • Michael Bohnen
  • Paul Hartmann
Musik:
Richard Strauss
Ausführung:
ensemble KONTRASTE
Leitung:
Stefan Hippe
Uraufführung der rekonstruierten Salonorchesterfassung
Filmstill Rosenkavalier

Vorgeschichte und Umarbeitung

Der Rosenkavalier-Film ist eines der frühen Beispiele multimedialer Verwertung einer populären Oper und schien ein Garant für einen großen Erfolg, den sich die österreichische Filmproduktionsgesellschaft Pan-Film erhofft. Hugo von Hofmannsthal hatte ursprünglich die Filmidee. Das Filmprojekt will er »als eine reine materielle Sache« verstanden wissen. Von Anfang an pocht er darauf, die Filmhandlung nicht auf die Handlung der Oper aufzubauen, ihm schwebt ein romanartiges Drehbuch vor, bei dem die "Figuren der Oper die Dinge erleben, die der eigentlichen Handlung der Oper vorausgehen". Da entscheidet sich die Pan-Film, ohne Hofmannsthal zu informieren, für ein anderes Konzept: für einen Film, der eindeutig auf den Widererkennungseffekt mit der Oper setzt und doch eine eigenständige Filmkomödie darstellt. Dafür schreiben Ludwig Nerz und der Regisseur Robert Wiene ein neues Szenarium.
Bei der Entwicklung des Drehbuchs orientieren sich die beiden Autoren an der Handlung der Oper, die sie in großen Erzählblöcken zusammenfassen. Analog zu den drei Akten der Oper gliedert sich die filmische Erzählung in drei große Einheiten. Zwischen diese sind zwei Kriegsszenen gesetzt, die die Welt des in der Oper abwesenden Marschalls vor Augen führen. Er tritt als handelnde Person vor allem am Schluss in Aktion und befördert mit seinem Auftritt beim Maskenfest der Marschallin die Auflösung der amourösen Verwicklungen, die in der Oper bis zum Ende in der Schwebe bleiben.
»Schauen Sie in meinen Entwurf der Filmhandlung hinein oder lassen Sie sich daraus ein bisl vorlesen. Derselbe ist romanartig geführt: er macht mit den Figuren bekannt oder - wenn man sie kennt - erzählt er noch Neues von diesen alten Bekannten.«
Hugo von Hofmann an Richard Strauss, 1.1.1925

Die Umarbeitung der Oper in eine Instrumentalfassung nehmen die langjährigen Strauss-Mitarbeiter Otto Singer und Carl Alwin vor, laut Filmkurier schon im Jahre 1924. Generalstabsmäßig geplant ist der Einsatz der Strauss-Musik, ohne die der Film nicht gezeigt werden kann. Die Musik wird für zwei Besetzungen angeboten: großes Sinfonieorchester und Salonorchester. Bei der Umarbeitung der Oper werden die Gesangsstimmen gestrichen und durch Zusätze bei einzelnen Instrumenten ergänzt. Die Oper wird in ihrer Länge gekürzt, stellenweise im Ablauf umgestellt und mit neuen filmischen Handlungselementen besetzt. Insgesamt hat die Instrumentalfassung eine Länge von ca. 145 Minuten und ist in zwei Akte aufgeteilt; mit dem Film zusammen wurde sie nach der Uraufführung, die mit Pause 2 3/4 Stunden gedauert haben soll, einteilig aufgeführt, nachdem Musik und Film auf ca. 2 Stunden gekürzt waren. Für die musikalische Illustration der Welt des Marschalls wurde zusätzlich Musik gebraucht, das Werk von Richard Strauss bot dafür reichlich Material: den Präsentiermarsch »Die Brandenburgsche Mars« in Des-Dur von 1905/06 (Op. AV 99), den "Königsmarsch" in Es-Dur aus dem Jahre 1906 (Op. AV 100) sowie das dritte Stück der »Lebenden Bilder zu den Feierlichkeiten der Goldenen Hochzeit des Großherzogs und der Großherzogin von Weimar" (Op. AV 89), entstanden 1892. Der "Militärmarsch in F-Dur« (Op. AV 112) wird von Strauss eigens für den Film komponiert. Für das Gartenfest greift man auf den "Wirbeltanz" aus der 1923 entstandenen "Tanzsuite nach Klavierstücken von François Couperin" (Op. AV 107) zurück.
Aus der Figur des »Baron Ochs auf Lerchenau« schlagen die Filmautoren am meisten Kapital bei ihrem Versuch, einen auf Breitenwirkung hin angelegten Rosenkavalier-Film zu machen. "Der Ochs von Lerchenau ist ein Kavalier. Roh, albern und geizig. Aber doch durch und durch Edelmann. So muß die Rolle auch im Film gestaltet werden. Zweifellos eine wirkungsvolle Filmfigur", wird Richard mit Strauss 1925 im Filmkurier zitiert. Ochs zieht sich als unverwüstlich komische Gestalt durch den ganzen Film und muss in einer Szene noch seiner eigenen Persiflierung zusehen, wenn die Übergabe der "Silbernen Rose" in einem kleinen Freilichttheater nachgespielt wird. Die Figur ist auf dem Jahrmarkt angekommen. Hier zitiert sich der Film gewissermaßen selbst und stellt noch einmal szenisch den vollzogenen Medienwechsel vor - von der Oper in den Film, von der Hochkultur in die Massenkultur, von der Literaturoper in eine Volks-Filmoper; oder Originalton Richard Strauss: »Wie ich überhaupt davon überzeugt bin, daß der Rosenkavalier einen Film abgeben wird, der dem Werk erst die rechte Volkstümlichkeit zu verleihen berufen ist.«
(Filmkurier, 26.6.1925)

Filmstill Rosenkavalier

Die filmische Umsetzung

Die filmische Inszenierung liegt bei Robert Wiene und beginnt am 19.6.1925. Gedreht wird an zahlreichen Außenschauplätzen und in den Studios von Schönbrunn, am Klavier begleitet von Joseph Holzer, Kapellmeister des Carl-Theaters. Wiene ist Mitte der 1920er Jahre ein populärer Regisseur, vielbeschäftigt und in allen Filmgenres erprobt, vor allem versiert in der Arbeit mit Schauspielern wie Conrad Veidt oder Fritz Kortner. In Michael Bohnen hat er wieder einen großartigen Darsteller an seiner Seite der auf der Opernbühne lange Jahre als »die« Idealbesetzung der Rolle galt. Auf ihn sind viele Filmszenen zugeschnitten: wie Ochs auf seinem Schloss ein Brief aus Wien überbracht wird, oder die Auseinandersetzung zwischen ihm und Faninal, der sein Vermögen gegen die Ansprüche seines künftigen Schwiegersohnes verteidigen muss.
Ansonsten funktioniert die höfische Welt im Film vor allem als Staffage. Der männliche Film-Oktavian, dargestellt von dem französischen Schauspieler Jaque Catelain, hat nichts mehr von der zauberhaften Erscheinung eines Mozart'schen Cherubinos, der für die Hosenrolle in der Oper Pate stand. Auch die Besetzung der Rolle der Marschallin mit der jungen Schauspielerin Huguette Duflos nimmt der Figur einiges von ihrer ursprünglichen Reflexionskraft, die die Marschallin in der Oper als eine lebenskluge und melancholisch über das Wesen der Zeit sinnierende Figur hat. Von großer Direktheit und komödiantischer Wirkung sind dafür die beiden Intriganten Annina und Valzacchi - ihr Gewerbe hat offenbar in jeder Epoche Konjunktur - und Michael Bohnen, der seine Bühnepräsenz bruchlos in die Filmwelt überträgt. Insofern trifft der Vorwurf, den man dem Film wegen seiner männlichen Oktavian-Besetzung naserümpfend gemacht hat, daneben. Müßig ist die Frage, ob Hosenrollen im Film funktionieren, die Autoren haben anderes im Sinn und konstruieren gerade mit den Figuren, die nicht zu den Protagonisten der Oper gehören, eine burleske Handlung. Nicht umsonst ist es die Hofintrigantin Annina, die zum Schluss das Ende fügt: kein sentimentales happy-ending, sondern Resultat einer geschickten Intrige.
Die kleinen satirischen Spitzen, die sich der Film erlaubt, gehen im großen Gepränge unter, mit dem sich der Film, der in der Presse als der österreichische Großfilm des Jahres ankündigt wird, in die Tradition aufwendig inszenierter Historienfilme einreiht. Hier schlägt das Bemühen durch, einen Film zu produzieren, der in eine vergangene Zeit entführt, und der sich sowohl an das breite Kinopublikum wendet wie auch an die bis dahin »kinofernen« Schichten, als gelte es, mit diesem Film bildungsbürgerliche Vorbehalte auszuräumen.

Filmstill Rosenkavalier

Die Volks-Filmoper

Wienes Film mag als Film konventionell wirken, doch ist das Film-Bild nur ein Teil des Konzepts. Der andere ist die Musik, die im Zusammenwirken mit den Bildern ein großes erzählerisches Potential entfaltet. Was in der Filmmusik meist anders herum angelegt ist, dass die Musik nach dem Film entsteht und sich ihm funktional anpasst, ist hier umgekehrt. Die gespielte Musik (und nicht das Libretto) ist das Primäre; der Film »bedient« mit seinen teilweise neu erfundenen Episoden die Musik, bei der vor allem die populären Stellen der Oper zu einer neuen Fassung umgearbeitet wurden, und auch die Choreographie der Darsteller ist immer wieder ganz auf die Musik bezogen. lm Umgang mit seinem Lieblingswerk zeigt sich Richard Strauss längst nicht so puristisch wie Hofmannsthal. »Mei Musik paßt zu allem!«, wird er im Filmkurier zitiert. Hier spricht der Musiker: rein satztechnisch ist es beim Rosenkavalier möglich, die Stimmen zu streichen, ohne dass das Kompositionsgefüge der Musik zerstört wird. An einigen Stellen müssen Teile der gestrichenen Vokalpartien auf die Instrumente übertragen werden. Zwangsläufig ergeben sich neue Bedeutungen, wenn die Musik auf andere Handlungselemente trifft, die der Film wiederum verlangt, um als Komödie zu funktionieren. Strauss war all dem gegenüber aufgeschlossen, sonst hätte er kaum die Erlaubnis zu Änderungen und inhaltlichen Neubesetzungen gegeben, bevor die Umarbeitung erfolgte.
Interessanter als die gerne kolportierte Geschäftstüchtigkeit des Komponisten ist die Frage, ob es nicht musikalische Überlegungen gab, die Strauss bewogen haben, beim Rosenkavalier-Film mitzumachen. Bei der Verwandlung einer auf Vokalmusik fokussierten Opernmusik in instrumentale Filmmusik entsteht eine Art programmmusikalische »Tondichtung«, die die durch Text, Bühnenbild und Handlung gegebenen Inhalte nun rein musikalisch transportieren muss. Dabei spielt die Leitmotivtechnik eine wichtige Rolle, aber auch die von der Programmmusik her bekannten Illustrationen und atmosphärischen Tableaus sowie pantomimisch oder balletthaft zu verstehende musikalische Gestik. Alle diese Aspekte hat Wiene in seine filmische Konzeption einbezogen.
Dass es Strauss mit dem Rosenkavalier-Film ernst war, zeigt auch ein Pressegespräch anlässlich der von ihm dirigierten Londoner Filmpremiere im Tivoli, erschienen in der englischen Fachzeitschrift Bioscope vom 15.4.1925: »Bereit für weitere Filmadaptionen« lautet die Titelzeile, und im Text folgt der Verweis auf die beiden Strauss-Opern Elektra und Salome, die der Komponist für eine Verfilmung freigeben würde. Wie der Artikel ausführt, habe sich Strauss mit seinen Arrangeuren bei der Umarbeitung der Oper daran orientiert, dass die neu entstehende Film-Musik die Atmosphäre der jeweiligen Szenen treffe und sich nicht weiter mit dem Problem exakter Synchronisierung von Musik und Bild beschäftigt. Dies ist plausibel, da bei der Umarbeitung der Oper und wohl auch bei der Drucklegung der Begleitmusik der fertig geschnittene Film noch nicht vorlag.

Filmstill Rosenkavalier

Aufführungspraxis

Das nicht gelöste Problem der Synchronisierung überschattet die Aufführungsgeschichte des Rosenkavalier-Films und bringt das Unternehmen in Misskredit. Die Uraufführung des Films war aufführungstechnisch ein mittleres Desaster, da Musik und Film nicht zueinander passen. Warum? Der gedruckte Notensatz entspricht einer frühen Version des Films, der für den Einsatz im Kino noch einmal gekürzt wurde, während die bereits gedruckten Musikmaterialien unredigiert blieben.
Wie überlieferte Fotos belegen, war eine Reihe von Szenen gedreht worden, die in der überlieferten Fassung nicht mehr vorhanden sind. Selbst Sequenzen, für die zusätzlich Musik in die Instrumentalfassung aufgenommen worden war, wurden eliminiert. Hier stoppte die Projektion in Dresden, möglicherweise markiert mit Schwarzfilm. So wurden zahlreiche Passagen rein musikalisch gegeben: "Das Orchester aber spielt den Walzer, die Serenade, den (neu komponierten) Kriegsmarsch, den rhapsodisch bearbeiteten Armeemarsch, das Terzett, das herrlich Adagio und viele andere Kabinettstücke der Oper bis zum letzten Takt aus. Dann erst wird durch Strauss selbst das Zeichen zur weiteren Vorführung durch den Vorführer gegeben." (Licht-Bild-Bühne vom 11.1.1926). Eine perfekte Synchronisierung erfährt der Film erst bei seiner Kinopremiere im Berliner Capitol-Kino, die der erfahrene Kinokapellmeister Willy Schmidt-Gentner geleitet hat; dafür war die Filmkopie auf eine Länge von weniger als 2 Stunden gekürzt worden, nachdem die Dresdner Uraufführung mehr als 2 1/2 Stunden gedauert hatte.
Dem Rosenkavalier-Film blieb der große Erfolg versagt, er ist in der Praxis an dem gescheitert, was seine besondere Qualität ausmacht: die Instrumentalmusik von Richard Strauss. Sie war laut Reichsfilmblatt Bedingung, den Film aufführen zu können. Doch viele Kino-Orchester hatten nicht die Zeit für die dafür notwendigen Proben. Für die großen Opernhäuser mit Strauss-erfahrenen Sinfonieorchestern war die Musik wiederum als Filmmusik keine Attraktion, trotz seiner Theateroptik und vielfältigen Referenzen zur Aufführungsgeschichte der Oper, wofür die Einbeziehung von Richard Strauss als Dirigent der nationalen Filmpremieren steht. Dass der Film wieder schnell aus den Kinos verschwand, hat u.a. mit dem Konkurs der Produktionsgesellschaft Pan-Film zu tun, die den Film nach der Einführung des Tonfilms nicht mehr einsetzen konnte. Der Rosenkavalier-Film als hybrides Produkt war, dem populären Titel zum Trotz, schon in der Stummfilmzeit nicht einfach zu vermarkten und landete unwillkürlich zwischen den Lagern der Hoch- und Massenkultur: der Musikwelt als Film suspekt, für den Filmmarkt wiederum zu sehr mit dem Geruch der Hochkultur behaftet - und in der Rezeption der folgenden 80 Jahre kaum gewürdigt, da der Film nach der Stummfilmzeit nur selten mit der großen Orchester-Musik aufgeführt wurde.

Filmstill Rosenkavalier

Überlieferung und Rekonstruktion

Die ersten Schritte der Wiederentdeckung des Films lassen sich Ende der 1950er Jahre feststellen, als der damalige Präsident des Österreichischen Filmarchivs (heute Filmarchiv Austria), Joseph Gregor (auch Librettist der späten Strauss-Opern), den Auftrag gab, nach dem Film zu suchen, und tatsächlich im Tschechischen Filmarchiv fündig wurde. Zur Renaissance des Films haben dann später die Aufführungen mit Salonorchesterbegleitung beigetragen, die Manfred Reichert (Dirigent der 1981 erfolgten Salonorchester-Einspielung) leitete, sowie Berndt Heller. Unter seiner Leitung fand im Bundesarchiv/Filmarchiv Anfang der 1990er Jahre eine Filmrestaurierung statt, bei der die Bildfassung der tschechischen Kopie um Sequenzen einer im National Filmarchive London erhaltenen Kopie ergänzt und z.T. nach der Musik "remontiert" wurde. Die Bundesarchiv-Fassung endet nach der ursprünglich 7. Rolle des Films.
Von der gleichen Quellenlage ging die Rekonstruktion aus, die 2006 im Filmarchiv Austria unter der Leitung von Nikolaus Wostry stattfand, da der Rosenkavalier-Film nur in zwei Exportkopien überliefert ist, bei denen jeweils die letzte (8.) Rolle fehlt: einer Nitrokopie mit englischen Zwischentiteln (NFTVA London) und einer tschechisch getitelten (Narodny Filmovy Archiv, Prag). Geht man von einer Premieren-Länge von 2969 m bzw. ca. 115' (bei 22 Bilder/sec) aus, sind insgesamt ca. 20' Film nicht mehr erhalten. Die beiden Quellen wurden miteinander abgeglichen und nach ihrer Umkopierung von Fumiko Tsuneishi zu einer neuen Fassung mit deutschen Zwischentiteln montiert. Die Umkopierung erfolgte bei Synchrofilm, Wien. Die zweifarbige Virage (durchgeführt bei Colorspace, Jan Ledecky in Prag) folgt der Viragierung der beiden Nitro-Kopien.
Begleitend zur Quellensicherung fand die Einrichtung der Filmmusik durch Bernd Thewes statt. Bei der Festlegung des Aufführungstempos war eine historische Aufnahme der Filmmusik unter Richard Strauss entscheidend; auf dieser Zeitbasis fand der Abgleich von Film und Musik statt. Grundsätzlich war das Problem zahlreicher Musiküberhänge zu lösen. Leitfaden in der Frage, was wegfällt und was nicht, waren Übereinstimmungen zwischen Film und Musik in Hinblick auf personen- und situations-konstante Leitmotive und programmmusikalisch indizierte Parallelitäten.
Die Rekonstruktion des Finales baut auf der Idee auf, den Film auch musikalisch als "Komödie für Musik" enden zu lassen, und wurde für Aufführungen des Films mit der Originalmusik konzipiert. Die ursprünglich ca. 15-minütige Finalmusik wurde um ein Drittel gekürzt und im Gewand einer viersätzigen Orchestersuite "reformuliert". Der Entschluss zur Kürzung fußt auf dem Bestreben, den Film zusammen mit der Musik als formal geschlossenes Film-Musik-Werk aufführbar zu machen und der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Strauss-Musik eine entsprechende visuelle Repräsentation braucht.
80 Jahre nach der Uraufführung des Films fand seine Wiederaufführung mit Sinfonieorchester an historischer Stelle in der Semper-Oper Dresden statt. ZDF/ARTE sicherte die Grundfinanzierung der Filmrestaurierung, gab die Einrichtung der Musik durch Bernd Thewes und einen komplett neuen Notensatz in Auftrag. Seine Fernsehpremiere wird der rekonstruierte Rosenkavalier– Film im Frühjahr 2007 auf ARTE erleben, parallel erscheint in der Edition Film + Text des Filmarchivs Austria eine DVD mit zahlreichen Bonus-Materialien.
(Nina Goslar, Spielfilmredaktion ZDF/ARTE)

Die StummFilmMusikTage haben nun eine Anpassung der bislang nicht gepsielten Strauss'schen Salonorchesterfassung zum Film beim Nürnberger Komponisten Stefan Hippe in Auftrag gegeben, die während der StummFilmMusikTage 2007 ihre feierliche Premiere erlebt.