Der Rächer von Davos (CH 1924)

Dauer:
74 min
Regie:
Heinrich Brandt
Produzent:
Stefan Markus
Darsteller:
  • Eric Barclay
  • Marquisette Bosky
  • Angelo Ferrari
  • Elena Lunda
  • Suzanne Marwille
Musik und Ausführung:
Miller the Killer
Filmkopie:
Cinématheque Suisse
Filmstill Der Rächer von Davos

Inhalt

Die Zürcher Gotthard-Film wirkte 1924 als Produzentin des kurligen Melodramas. Angesiedelt an Zürichs klassischem Wintersportziel lässt es sämtliche denkbaren Sportarten Revue passieren und sorgt bei Davos-Liebhabenden garantiert für verschiedene Wiedererkennungs-Momente. Auf den Spuren des größten filmischen Bergvagabunden Erich von Stroheim trieb der Deutsche Heinrich Brandt seine Crew in den Schnee hinaus und inszenierte mit großer melodramatischer Geste die Geschichte von der schönen Agnés, die sich in einen Grafen mit Namen de Miliesco verliebt. Der wiederum hat es mehr auf ihr Portemonnaie abgesehen und muss von Freunden und einem anderen Liebhaber der jungen Frau spektakulär zur Strecke gebracht werden.

Filmstill Der Rächer von Davos

Heinrich Brandt

Der deutsche Regisseur Dr. Heinrich Brandt inszenierte zwischen 1920 und 1926 rund ein halbes Dutzend Filme. In den dreißiger Jahren wurde er zu einem Theoretiker des nationalsozialistischen Films.

Stefan Markus

Weit interessanter ist die Karriere von Produzent Stefan Markus. 1884 in Zürich geboren verfolgte er ursprünglich eine Karriere als Schriftsteller. Er schrieb mehrere Dramen und veröffentlichte zwischen1911 und 1923 vier Romane. Seine Stücke wurden u.a. in Zürich, Bern, Halle und Nürnberg aufgeführt. Zudem hatte er sich eine europaweite Reputation als Kunsthändler aufgebaut. Diese nutzte er, um 1923 sein wertvollste Gemälde, Van Goghs Sonnenblumen, zu verkaufen und mit dem Erlös seine eigene Filmproduktionsgesellschaft, Gotthard Film AG, zu gründen und seinen ersten Film, Die Flucht ins Paradise, zu finanzieren. Nach Der Rächer von Davos transferierte Markus seine Gesellschaft nach Paris und benannte sie in Productions Markus um. Von 1925 an erlangte Markus internationales Renommee als Produzent und künstlerischer Leiter seiner Filme. Er wurde zu einem der bedeutendsten Produzenten Frankreichs und verpflichtete die bekanntesten Diven seiner Zeit (u.a. Musidora) für seine internationalen Großproduktionen. Sein größter künstlerischer Erfolg wurde der von Dimitri Kirsanoff gedrehte La séparation des races (Frauenraub/Zweikampf der Geschlechter) aus dem Jahr 1933. Dies war auch der erste Film seiner neu gegründeten französisch-schweizerischen Produktionsgesellschaft Mentor-Film, die sich ganz der ernsthaften Filmkunst verschrieben hatte. Nach dem Scheitern eines Projektes um Henry Dunant zog er sich 1948 enttäuscht aus dem Filmgeschäft zurück und widmete sich wieder der Literatur. Stefan Markus starb 1957 in Zürich.

Quellen:
http://www.pardo.ch/1998/filmprg/f820.html