Paris Qui Dort (Paris im Schlaf) (F 1923)

Dauer:
61 min
Regie:
René Clair
Darsteller:
  • Henri Rollan
  • Madeleine Rodrigue
  • Albert Prejean
Ausführung:
Schüler und Schülerinnen des Marie-Therese-Gymnasiums
Leitung:
Harald Luft

Synopse

Paris Qui Dort ist ein Kontrast zwischen Bewegung und Leblosigkeit. Einige auf dem Eiffelturm befindliche Pariser sind als Einzige dem Anschlag eines verrückten Gelehrten entgangen und finden eine in tiefem Schlaf versunkene Stadt vor.
Typisch für Clair ist das Changieren zwischen Slapstick- und Sciencefiction-Elementen einerseits und avantgardistischer Dada-Collagetechnik andererseits, die die filmischen Möglichkeiten überraschender, alogischer Bildverknüpfung gegen die Erwartung des Publikums ausspielt. Vor allem das Anhalten, das Vor- und Zurückdrehen der Bewegung, begeisterte die Dadaisten.

Zur Musik

Der Startschuß für das Vorhaben wurde bei den Projekttagen am Marie-Therese-Gymnasium Ende Juli 1996 gegeben, als eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Studienrat Harald Luft sich erstmals Gedanken über die Vertonung des Rene Clair-Films Paris Qui Dort machte. Ziel war es, die vorhandenen Fähigkeiten der Schüler optimal einzubringen, unterschiedliche Vorbildung und die stilistische Bandbreite zwischen "klassischer" Klaviermusikausbildung und Rockband-Praxis kreativ nutzbar zu machen und zu einem stimmigen Gesamtkonzept zu verschmelzen.
Am Anfang standen große Begeisterung für eine ungewohnt reizvolle Aufgabe und gehörige Skepsis nebeneinander, dieser Anforderung einer Live-Musik zum Film mit allen innewohnenden Risiken gewachsen zu sein. Welche Fähigkeiten können eingebracht werden? Wie sind einzelne Ideen miteinander zu verknüpfen, dass ein musikalischer Spannungsbogen entsteht? Gelingt es, einzelne musikalische Impulse zu einem übergeordneten Ganzen zusammenzuführen, ohne den singulären Eindruck des Films zu überlagern oder zu stören?
Bei der nun folgenden Arbeit bewährte es sich, dass ein in den Projekttagen erstelltes detailliertes Szenenraster mit genauer Zeitleiste bereits vorlag. Man konnte ans Werk gehen: Einzelne Schülergruppen erhielten zu einzelnen Sequenzen genau umrissene "Kompositions"-Aufträge, die mit mehr oder weniger Lehrerunterstützung in Angriff genommen wurden.
Drei Grundelemente bilden den Ausgangspunkt der Vertonung: Geräusch, Stimmenimitation und Musik. Der musikalische Bereich umfasst dabei unterschiedliche Klangwelten, die kontrastieren oder sich vermischen: Chor in kleiner und großer Besetzung, Perkussion mit und ohne Stabspiel, solistisches Akkordeon und Rockband, in einzelnen Filmsequenzen ergänzt um Soloklavier und Saitenmusik (Zither, Mandoline, Gitarre, Kontrabaß). Jede Klangwelt hat bestimmte thematische Bezüge. Diese musikalische Ebene wird durch Geräuscheffekte und Stimmenimitation ergänzt.

Mitwirkende:
Andreas Lamping, Schlagzeug; Steffen Rödel, E-Baß; Florian Sommer, E-Gitarre, Stephanie Thumm, Klavier; Gabriel Indurkis, Akkordeon; Julia Linke, Katharina Öhlschläger, Christian Thumm, Dirk Verleger, Perkussion; Christine Summerer, Violine; Eva Lohse, Kontrabaß; Clemens Scheu, Stimmenimitation; Thomas Svec, Geräuscheffekte; der GK-Chor und der große Chor des MTG.
Gesamtleitung:
Harald Luft