Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (D 1922)

Dauer:
96 min
Regie:
Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch:
Henrik Galeen nach Motiven des Romans Dracula von Bram Stoker
Kamera:
Fritz Arno Wagner
Darsteller:
  • Max Schreck
  • Alexander Granach
  • Gustav von Wangenheim
  • Greta Schröder
Musik und Ausführung:
Max Schreck in Nosferatu

Die Zeit von 1919 bis 1924 wäre eine der künstlerisch reichsten des deutschen Films.
Ausgehend von Theorie und Praxis des malerischen und literarischen Expressionismus entwickelten vor allem Friedrich Wilhelm Murnau und Fritz Lang eine Filmsprache, deren poetische Kraft und kameratechnische Neuerungen und Kühnheiten den deutschen Produktion internationale Anerkennung einbrachte.
Für seinen Film Nosferatu verließ Murnau als einer der ersten deutschen Regisseure die künstliche Kulissenwelt der Filmstudios und drehte in der Natur. Durch virtuose Handhabung von Montage, bewegter Kamera und Tiefenschärfe gewinnen die Landschaft der Karpaten und die verfallenen Kornspeicher Lübecks suggestive Symbolik, wird die Realität als subjektive Wahrnehmung erfahren. Ein Paradestück ist die Fahrt durch den Geisterwald zu Nosferatus Schloss. Murnau fügte diese Szene im Negativ in die Kopie ein und gab ihr zudem durch Veränderung der Aufnahmegeschwindigkeit ruckartige, unrealistische Bewegungen.
Das Phantastische wird real, die Realität erscheint phantastisch. Nicht bloßer Schock und Gruselschauer werden evoziert, sondern ein sublimiertes Grauen, das häufig aus dem Anblick des Vertrauten aufsteigt. Auch im Zeitalter des Horrorvideos hält der Prototyp aller Vampirfilme, was sein Untertitel verspricht.

Zur Musik

In Erlangen wird der Film in einer neuen Vertonung für Klavier und Schlagzeug gezeigt. Joachim Bärenz ist der »dienstälteste« Stummfilm-Pianist Deutschlands. Zusammen mit dem Schlagzeuger Christian Roderburg hat er eine mit gezielten Klangeffekten optimal auf den Film abgestimmte Ton-Kulisse für Murnaus Nosferatu erarbeitet.