![]() |
![]() |
Willi Forst als Lebemann, der sich erstmals tatsächlich verliebt. Objekt der Begierde ist natürlich Marlene Dietrich, die er in einem Zug auf dem Weg zur Hochzeit seines besten Freundes kennenlernt. Der Zug bleibt stecken, die beiden verbringen eine Nacht miteinander und müssen nachher mit Schrecken feststellen, dass Marlene die unglückliche Braut eben jenes besten Freundes ist. Die Schande ist groß, das allgemeine Ehrgefühl auch; so nimmt das Drama seinen Lauf...
Gefahren der Brautzeit sorgte schon vor seiner Uraufführung für Aufregung. Die Zensur
nahm Anstoß am Inhalt des Streifens und an seinem unmoralischen
Titel (weitere Varianten: Aus dem Tagebuch eines Verführers
(Arbeitstitel), Liebesnächte (Zensurtitel), Im Banne der
Frauen (Österreich)) und verhängte zunächst ein Jugendverbot
über den Film. Einige Aushangfotos wurden grundsätzlich verboten.
Die Film-Oberprüfstelle Berlin kam schließlich zu dem Schluß,
"dass der Betrachter durch den zu I erwähnten Haupttitel [Liebesnächte]
eine Einstellung zu den Bildern bekommt, durch die ihre Wirkung nach der
geschlechtlichen Seite verstärkt wird.» Acht Motive wurden wegen
"Phantasieüberreizung" verboten, drei weitere wegen der
"verrohenden Wirkung, weil es sich bei den bezeichneten Darstellungen
um Revolverscenen handelt« nicht zugelassen. (Entscheid
vom 28.11.1929)
Trotz dieser Aufregung
war der Film nur ein mäßiger Erfolg. Lediglich die Dietrich
vermochte einigen Kritikerinnen und Kritikern zu gefallen. Lotte Eisner
beschreibt sie als "[...] eine Frau, die geheimnisvoll traurig im
Eisenbahncoupé auftaucht [...], reizvoll in ihrer Mischung aus
geheimnisvollem Tun und seltsamer Passivität, das schöne Gesicht
von Trauer überschattet." (Film-Kurier, 22. Juli 1930)
Das Gros der schreibenden Zunft hatte für das schwülstige Melodram
allerdings wenig übrig. So schrieb das Berliner Tagblatt anlässlich
der Premiere des Films: »Die Gefahren der Brautzeit, die im Roxy-Palast
uraufgeführt wurden, bestehen in einem Eisenbahnunfall, der einen
Baron - unter dem tun wir's nicht - und ein ihm bis dato fremdes junges
Mädchen zum gemeinsamen Übernachten zwingt. Am anderen Morgen
sind sie zwar gar nicht mehr fremd, aber dafür ist das junge Mädchen
auch auf und davon zu ihrer Verlobungsfeier. Mit wem? Ei potz, mit dem
besten Freund jenes Barons aus der vorigen Nacht. Edel, hochprozentig
edel benehmen sich nun a) der Baron, der auch an der Feier teilnehmen
soll, b) die Braut, die mit ihm fliehen will, c) der Freund, der alles
merkt. [...] All das zusammen nennt sich 'Sittenfilm' und Elza Temary,
Willi Forst und Ernst Stahl-Nachbaur bemühen sich um den Schmarren.
Aber auch sie können ihn nicht besser machen, ebensowenig wie Marlene
Dietrich, die sich in dieser ihrer Brautzeit gar bodenlos aufführt«.
(23.2.1930)
Informative Websites zu Marlene Dietrich finden Sie u.a. hier:
Marlene
Dietrich Collector's Page oder
www.marlene.com