Zu Beginn
der 14 Abschnitte des Films bilden Musik und Bilder eine Einheit und sind
einander genau zugeordnet. Die musikalische Anfangsstruktur beinhaltet das
gesamte thematische Material der Komposition. Im weiteren Verlauf verselbständigen
sich die Themen, werden auskomponiert und stehen mehr und mehr für
sich allein. Bis zum sechsten Abschnitt beinhaltet die Partitur noch relativ
genaue Angaben für die Synchronisation mit den Videobildern, ab dem
siebten Teil sind nur noch die Zeitdauern der Abschnitte und das Timing
für musikalisch Einsätze angegeben.
Der musikalische und der visuelle Part entwickeln sich in entgegen gesetzte
Richtungen. Während die Musik immer abstrakter wird und am Schluss
in einen reinen Sinuston mündet - also ein Ton ohne bestimmte Dauer
oder Klangfarbe - beginnt die visuelle Schicht abstrakt und entwickelt sich
zum Konkreten, wird dabei auch immer selbständiger und von der Musik unabhängiger.
Kann das Bildmaterial durch Verfremdung wie z. B. Über- oder Unterbelichtung,
Beschleunigung zunächst keiner Realität zugeordnet werden, so
waren doch die Elemente des Anfangs in den späteren Bildern schon enthalten
und man kann jene aus der Erinnerung nachträglich »erkennen«.
Auf diese Weise reflektiert Eröffnung und Zertrümmerung sowohl
auf das Medium und das Material Musik/ Bild als auch auf den Vorgang der
Rezeption und seine zeitliche Struktur.
Mit freundlicher Unterstützung vom Förderungsprojekt »Konzert des Deutschen Musikrates«