Und wie: Wir zeigen Ihnen den ersten Fußball-Großfilm der Geschichte, wie gewohnt mit Live-Musik (Piano-Enfant Terrible Miller the Killer) und erstmals mit einer Live-Reportage. Dafür konnten wir keinen Geringeren als Radiolegende Günther Koch gewinnen, der nicht nur die Fußballszenen useres Hauptfilms, sondern auch die aus unserem Vorfilm, die dem Fußballländerspiel zwischen Deutschland und Holland vom 31.10.1926 entnommen sind, kommentieren.
Fußballfieber in den Zwanzigern: »Der erste Fußball-Großfilm« hieß es in der zeitgenössischen Werbung. David gegen Goliath, Amateure gegen Berufsspieler (die es in Deutschland zu jener Zeit gar nicht gab ...), wahrer Sportsgeist gegen profanes Gewinnstreben. Frauen sind die Schutzengel der Spieler, die sie zugleich zu motivieren verstehen. Die Dramatik des Spiels wird durch avantgardistische Bildmontagen vermittelt - Kamerafahrten hingegen bleiben dem Helden und dem Ball vorbehalten.
Ein reicher Berufsspielerklub versucht, einem kleinen Verein, dessen
Mitglieder allein aus sportlicher Begeisterung mit der ledernen
Kugel kämpfen, den Mittelstürmer auszuspannen. Mit Hilfe
eines großen Vertrages und einer Frau. Aber schließlich
bleibt der Held doch beim seinem Klub und seiner blonden Verlobten,
und der kleine Vorstadtverein schlägt mit seiner Hilfe den
großen Klub. Das große Wettspiel bildet den Schluß.
Es gibt Aufnahmen
voller Tempo und Schmiß, wütendes Kämpfen um den
Ball, Bravourleistungen erstklassiger Spieler. Sicher ist der Eindruck,
den man als Zuschauer bei einem Fußballspiel hat, stärker,
man kann stets das ganze Spielfeld sehen und mehr den Sinn des Spieles
verfolgen. Dagegen hat der Film die Möglichkeit, durch Nahaufnahmen
die einzelnen Phasen besser wiederzugeben oder durch Zeitlupenbilder
zu zerlegen.
Ausgezeichnet ind die Momentbilder aus dem Publikum, die man als dankbare Passagen
in das Spiel einfügte. Die ganze fiebernde Begeisterung von
50 000 Menschen, die fachmännisch jeden Stoß wägen,
ihn bejubeln oder auspfeifen, spiegeln diese Szenen wider. Sehr
nett ist das Zusammenhalten der »Elf Teufel« geschildert,
ihre einmütige Verehrung für ihren »Engel«,
der es versteht, mit zarten Mädchenhänden die wilden Männer
zu zähmen. Auch die Eingangsbilder, die die einzelnen Berufe
der Spieler schildern, sind glücklich gewählt.
Gustav Fröhlich
in der Hauptrolle ist stark, liebenswürdig und mannhaft, ein
echter Sportsheld, der nicht nur das Ideal der kleinen Mädchen,
sondern auch das der Sportler darstellt. Wenn er mit windzerzausten
Haaren im Spielfeld steht und wütend sich ins Gedränge
stürzt, gleicht er einem jungen Kriegsgott.
(Georg Herzenberg, in: Filmkurier, 21.10.1927)
Das russische Filmplakat zu Die Elf Teufel
Nur 4 Monate nach
Die Elf Teufel kam König der Mittelstürmer von
Fritz Freisler in die deutschen Kinos, der heute nur noch als Fragment
überliefert ist. Abseits des Spielfelds roch die Story, das bemerkte
schon die zeitgenössische Kritik, stark nach einem Courths-Mahler-Roman,
wenn nämlich der sportbegeisterte Filius den konkursbedrohten Herrn
Papa erst nach dem intensiven Erlebnis eines großen Kampfes und
dem Interesse einer Dollarprinzessin am Sohn auf sportlichen Zustimmungskurs
bringen kann. Für die Wiedergabe des Spiels ließ man sich mehr
einfallen: Um die Irritation der Zuschauer im Kino über die Herkunft
dieses oder jenes fliegenden Balls gering zu halten, wurden die Hauptereignisse
auf die beiden Strafräume beschränkt, so daß besonders
Eckbälle und Elfmeter gut wirkten.
In die Spielhandlung integriert sind hier Ausschnitte aus dem Fußball-Länderspiel
Deutschland : Holland vom 31.10.1926 (das Deutschland übrigens 3:2
gewann).
Als besonderes Schmankerl wird der legendäre Günther Koch, die »Stimme Frankens«, diese Szenen live im Markgrafentheater kommentieren!