Die elf Teufel(D 1927)

Dauer:
108 min
Regie:
Zoltan Korda
Drehbuch:
Walter Reisch
Kamera:
  • Leopold Kutzleb
  • Paul Holzki
Darsteller:
  • Gustav Fröhlich
  • Evelyn Holt
  • Lissy Arna
  • Fritz Alberti
  • John Mylong-Münz
  • Willi Forst
Musik und Ausführung:
Miller the Killer
Live-Reportage:
Günter Koch
Fimkopie:
Filmmuseum München
Vorfilm:
König der Mittelstürmer mit Ausschnitten des Länderspiels Deutschland : Holland vom 31.10.1926
Filmstill Gustav Frölich in Die elf Teufel(D 1927)

(a)synchron läutet das WM-Jahr ein!

Und wie: Wir zeigen Ihnen den ersten Fußball-Großfilm der Geschichte, wie gewohnt mit Live-Musik (Piano-Enfant Terrible Miller the Killer) und erstmals mit einer Live-Reportage. Dafür konnten wir keinen Geringeren als Radiolegende Günther Koch gewinnen, der nicht nur die Fußballszenen useres Hauptfilms, sondern auch die aus unserem Vorfilm, die dem Fußballländerspiel zwischen Deutschland und Holland vom 31.10.1926 entnommen sind, kommentieren.

Inhalt

Fußballfieber in den Zwanzigern: »Der erste Fußball-Großfilm« hieß es in der zeitgenössischen Werbung. David gegen Goliath, Amateure gegen Berufsspieler (die es in Deutschland zu jener Zeit gar nicht gab ...), wahrer Sportsgeist gegen profanes Gewinnstreben. Frauen sind die Schutzengel der Spieler, die sie zugleich zu motivieren verstehen. Die Dramatik des Spiels wird durch avantgardistische Bildmontagen vermittelt - Kamerafahrten hingegen bleiben dem Helden und dem Ball vorbehalten.

Filmstill Die elf Teufel(D 1927)

Originalrezension (1927)

Ein reicher Berufsspielerklub versucht, einem kleinen Verein, dessen Mitglieder allein aus sportlicher Begeisterung mit der ledernen Kugel kämpfen, den Mittelstürmer auszuspannen. Mit Hilfe eines großen Vertrages und einer Frau. Aber schließlich bleibt der Held doch beim seinem Klub und seiner blonden Verlobten, und der kleine Vorstadtverein schlägt mit seiner Hilfe den großen Klub. Das große Wettspiel bildet den Schluß.
Es gibt Aufnahmen voller Tempo und Schmiß, wütendes Kämpfen um den Ball, Bravourleistungen erstklassiger Spieler. Sicher ist der Eindruck, den man als Zuschauer bei einem Fußballspiel hat, stärker, man kann stets das ganze Spielfeld sehen und mehr den Sinn des Spieles verfolgen. Dagegen hat der Film die Möglichkeit, durch Nahaufnahmen die einzelnen Phasen besser wiederzugeben oder durch Zeitlupenbilder zu zerlegen.
Ausgezeichnet ind die Momentbilder aus dem Publikum, die man als dankbare Passagen in das Spiel einfügte. Die ganze fiebernde Begeisterung von 50 000 Menschen, die fachmännisch jeden Stoß wägen, ihn bejubeln oder auspfeifen, spiegeln diese Szenen wider. Sehr nett ist das Zusammenhalten der »Elf Teufel« geschildert, ihre einmütige Verehrung für ihren »Engel«, der es versteht, mit zarten Mädchenhänden die wilden Männer zu zähmen. Auch die Eingangsbilder, die die einzelnen Berufe der Spieler schildern, sind glücklich gewählt.
Gustav Fröhlich in der Hauptrolle ist stark, liebenswürdig und mannhaft, ein echter Sportsheld, der nicht nur das Ideal der kleinen Mädchen, sondern auch das der Sportler darstellt. Wenn er mit windzerzausten Haaren im Spielfeld steht und wütend sich ins Gedränge stürzt, gleicht er einem jungen Kriegsgott.
(Georg Herzenberg, in: Filmkurier, 21.10.1927)

Filmstill Die elf Teufel(D 1927) Das russische Filmplakat zu Die Elf Teufel

Ausschnitt aus König der Mittelstürmer (D 1927)

Dauer:
108 min
Regie:
Fritz Freisler
Darsteller:
  • Paul Richter
  • Aud Egede Nissen
  • Fritz Alberti
  • Colette Brettel

Nur 4 Monate nach Die Elf Teufel kam König der Mittelstürmer von Fritz Freisler in die deutschen Kinos, der heute nur noch als Fragment überliefert ist. Abseits des Spielfelds roch die Story, das bemerkte schon die zeitgenössische Kritik, stark nach einem Courths-Mahler-Roman, wenn nämlich der sportbegeisterte Filius den konkursbedrohten Herrn Papa erst nach dem intensiven Erlebnis eines großen Kampfes und dem Interesse einer Dollarprinzessin am Sohn auf sportlichen Zustimmungskurs bringen kann. Für die Wiedergabe des Spiels ließ man sich mehr einfallen: Um die Irritation der Zuschauer im Kino über die Herkunft dieses oder jenes fliegenden Balls gering zu halten, wurden die Hauptereignisse auf die beiden Strafräume beschränkt, so daß besonders Eckbälle und Elfmeter gut wirkten.
In die Spielhandlung integriert sind hier Ausschnitte aus dem Fußball-Länderspiel Deutschland : Holland vom 31.10.1926 (das Deutschland übrigens 3:2 gewann).

Als besonderes Schmankerl wird der legendäre Günther Koch, die »Stimme Frankens«, diese Szenen live im Markgrafentheater kommentieren!