Sie sind wieder da:
die fünf Kinder aus dem Amerika der Slapstickzeit, die die überschnellen
Autofahrten, umstürzenden Leitern, Sahneschlachten, die Verwechslungen,
Provokationen und Gags zeigen und all das auch können und oft sogar
besser können, womit ihre erwachsenen Kollegen das Publikum begeisterten.
Die pure Addition der sich überschlagenden Gags braucht keinen Erzählfaden,
wenn sich das Publikum an den komischen Nummern der einen Episode abgelacht
hat, kommt die nächste.
Die kleinen Strolche, die sich auf dem Bahnhofsgelände, zwischen
den Fabrikschuppen und auf den Straßen herumtreiben, sind fast alle
proletarischer oder kleinbürgerlicher Herkunft. Die Armut der Zwanziger
Jahre, die Klassengegensätze zu den Kindern begüterter Eltern,
sind oft Anlass zu komischen Eskapaden.
Die Komik macht alle gleich. Väter oder Mütter sind kaum zu
sehen, selbständig erobern die Kinder die Welt. In Die kleinen
Strolche präsentiert sich auf ganz selbstverständliche Weise
der amerikanische Traum: selbst ist das Kind, Eigenaktivität wird
hier im kleinen vorgeführt, als amerikanischer Weg zum Erfolg. Doch
wird in den Sketchen der Hang zur Tüchtigkeit auch karikiert und
die ordnungsbewusste Welt der Erwachsenen destruiert, ins Anarchische
gewendet. Ein Junge backt sich selbst einen Geburtstagskuchen, weil seine
Mutter weder Zeit noch Geld hat. Er verwendet Seife und Schmieröl
und backt Reißnägel statt Rosinen ein. Die Truppe setzt sich
aus den großen ethnischen Bevölkerungsteilen Amerikas zusammen,
Schwarze ebenso wie Weiße. Alle sind gleich frech und gleich abenteuerlustig.