Die Bergkatze (D 1921)

Dauer:
94 min
Regie:
Ernst Lubitsch
Drehbuch:
  • Hanns Kräly
  • Ernst Lubitsch
Kamera:
Theodor Sparkuhl
Bauten:
  • Ernst Stern
  • Max Gronert
Darsteller:
  • Pola Negri
  • Paul Heidemann
  • Victor Janson
  • Hermann Thimig
  • Edith Meiler
  • Marga Köhler
  • Wilhelm Diegelmann
  • Paul Biensfeldt
  • Paul Grätz
  • Max Gronert
  • Erwin Kopp
Musik und Ausführung:
Miller the Killer
Filmstill Die Bergkatze (D 1921)

Inhalt

Der Kommandant der Festung Trossenstein, die in der idyllischen Bergwelt von Pfiffkaneiro liegt, hat Disziplinprobleme. Am Morgen inspiziert er seine Truppe. Kaum hat er den Männern den Rücken gekehrt, gehen alle wieder ins Bett. Lilli, die Tochter des Kommandanten, erwartet sehnlich die Ankunft des Leutnants Alexis, der als großer Don Juan gilt, und von dem sie sich einen Heiratsantrag erhofft. Auch Rischka, genannt "die Bergkatze", die wilde Tochter eines Räuberhauptmanns, der mit seiner Bande die Gegend und das Lager unsicher macht, hat sich in ihn verliebt, als sie ihn während eines Beutezugs ausgeraubt und bis aufs Hemd entkleidet hatte. Bei einem erneuten Raubzug durch die Festung wird Rischka von Alexis gestellt und geküsst. Lilli beobachtet die Szene durch ein Schlüsselloch und vergeht vor Eifersucht. Rischka muss den Rückzug antreten. Um ihre überhitzte Phantasie abzukühlen, will ihr Vater sie mit dem Räuber Pepo verheiraten. Als Rischka erfährt, dass ihr geliebter Leutnant nun doch Lilli heiraten will, begibt sie sich nochmals in die Festung. Sie läuft Lilli in die Arme. Gerührt ob deren Verzweiflung, dass der Leutnant Rischka mehr liebe als sie, verbündet Rischka sich mit ihrer Nebenbuhlerin: sie macht dem Leutnant eine so wilde Szene, daß dieser sich erschreckt der sanfteren Lilli zuwendet. Rischka kehrt zu ihrem Räubergemahl zurück.

Lubitsch erweist sich mit der Bergkatze als ein Meister der Satire: Krieg und Militär werden karikiert, Soldaten und Offiziere in ihrer barbarischen Trottelhaftigkeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Ernst Stern von Max Reinhardts Deutschem Theater, einer Hochburg expressionistischer Bühnenkunst, schuf Bauten und Dekorationen, die mit ihren ins Gigantische verzerrten Rundungen und Zacken eine Parodie auf den expressionistischen Stil darstellen. Auch mit dem Bildformat selbst wurde experimentiert: Lubitsch legt auf das rechteckige Leinwandformat Passepartouts mit allen möglichen Umrissen, so dass ovale, schmale und hohe Bilder oder Bilder in gezackten oder ausgefransten Rahmen entstehen. Lubitschs Stilwille dient in diesem Film ausschließlich der Parodie und der Absicht, den komödiantischen Plot bewusst lebensfern und künstlich als Groteske zu inszenieren.