Um die Schoßhunde seiner Schwester zu retten, erschießt ein junger Cowboy den Sohn des Indianerhäuptlings, der die Hunde in einer Zeremonie schlachten wollte. In den folgenden Indianeraufstand werden die Familie des Mädchens, ein junges Paar und ihr Säugling, ein aufrechter Cowboy und die Kavallerie verwickelt, die in buchstäblich letzter Sekunde die weißen Siedler retten kann.
»Innerhalb von 20 Minuten entwickelt Griffith aus einem banalen Zwischenfall eine komplexe
Geschichte, in der sich vier Handlungsfäden entwickeln [...], und
führt sie zu einem der aufregendsten Höhepunkte, die ein Film
dieser Zeit hatte, wieder zusammen, um dann die tumultuöse Geschichte
mit einem erheiternden Moment abzufangen. Die Kampfszenen sind strategisch
und optisch dynamisch arrangiert und meist aus der Feldherrnhügel-Perspektive
aufgenommen, die dann auch im Bürgerkriegsfilm [The Birth of a
Nation, Anm. d. Aut.] die gewaltigsten Perspektiven liefert. 'Der
Film beginnt langsam, und er steigert behutsam sein Tempo, je mehr Leute
und je mehr Gewalt auftreten. Seine aufregendsten visuellen Höhepunkte
bilden die Details, die Griffith großen, einfachen Bewegungen gegenüberstellt,
die, meist von oben gesehen, durch weite Landschaften hindurchgehen [...]'
(Jay Leyda, Filmkritik)«. (Hembus)
The Battle at Elderbush Gulch vereinigt also bereits jene Stilelemente, die D.W. Griffith zum »Vater der Filmsprache« machen sollten. Seine Mischung aus Action und sentimentalem Melodram ist dabei durchaus typisch für die Entstehungszeit und für den Regisseur, der dieses Rezept (inklusive der Rettung in letzter Minute) zwei Jahre später in seinem Bürgerkriegsepos The Birth of a Nation zu voller Blüte bringen sollte.
The Battle at Elderbush Gulch wurde bei den 6. StummFilmMusikTagen
2001 von Schülerinnen und Schülern des Marie-Therese-Gymnasiums
unter der Leitung von Martin Joerchelt und Harald Luft vertont.
Die Leitlinie für die Vertonung ist, möglichst vielseitig die
Fähigkeiten und Begabungen aller Mitwirkenden einzusetzen. Dabei
sind ganz unterschiedliche Impulse und Ideen in die Arbeit eingeflossen.
Auch bleibt es nicht bei einer rein musikalischen Vertonung, sondern der
Reiz der akustischen Darstellung soll vor allem in Abwechslung und Kontrast
vielseitiger Mittel liegen: traditionelle Instrumentalklänge und
Improvisationen, Geräusche, aber auch Computer-Sounds und gesprochene,
witzige Kommentare zu einzelnen Szenen bis hin zu Rap-Einlagen werden
abwechselnd die Filmszenen begleiten.
Gestaltet werden die Sequenzen diesmal hauptsächlich von jüngeren
Schülerinnen und Schülern der 7. und 10. Jahrgangsstufe. Die
Percussioneinstudierung hat Martin Joerchelt übernommen, die Koordination
liegt in den Händen von Harald Luft.