Verbotene Bilder – Zensierte Filmfotos 1920–1933

Zensiertes Filmfoto

Das Deutsche Filminstitut – DIF verfügt über eine der größten Fotosammlungen zum internationalen Film in Deutschland, darunter einen umfangreichen Bestand an historischer Filmfotografie (Still Photography). Die Bildserien, die in einer parallelen Aufnahmesituation am Set fotografiert werden, halten szenische Höhepunkte eines Films, charakteristische Dekors und Hauptfiguren in aussagekräftigen Posen fest. Durch Lichtsetzung und Figurenarrangement steigert der Standfotograf die Affekte - es entstehen Ausdrucksweisen, die im Film so nicht zu sehen sind.
Diese Bündelung von Emotionen und umstrittenen Themen, die darüber hinaus der breiten Öffentlichkeit in den Schaukästen der Kinos zugänglich war, nahm der Gesetzgeber zum Anlaß, nach der kurzen zensurfreien Periode in Deutschland (November 1918 bis April 1920) im neugeschaffenen Reichslichtspielgesetz eine eigenständige Reklamezensur mit motivorientierten Inkriminierungskriterien einzuführen.
Verbotene Bilder zeigt rund 120 repräsentative Originalaufnahmen aus den zwanziger und frühen dreißiger Jahren, die die Prüfstellen in Berlin und München für den öffentlichen Aushang verboten und konfisziert hatten. Die von Ursula von Keitz konzipierte Ausstellung fragt auch nach Kontinuitäten in der Beurteilung dieser Fotos. Nach Motivgruppen gehängt, bietet die Schau einen Querschnitt durch die als "entsittlichend" oder "verrohend" eingestuften Bildthemen Erotik und Gewalt, Rassismus, Verbrechen, Wahnsinn, Pogrom und Krieg. Eine Videopräsentation zeigt zensierte Filmausschnitte aus demselben Zeitraum.
Im Rahmen seines Zensurprojekts hat das DIF darüber hinaus Zensurentscheide der Film-Oberprüfstelle Berlin zu 833 Fällen aus den späten Zehner bis zu den frühen Dreißiger Jahren im Internet veröffentlicht.

Die Gutachten könne eingesehen werden unter: www.deutsches-filminstitut.de