Das Deutsche Filminstitut
– DIF verfügt über eine der größten Fotosammlungen
zum internationalen Film in Deutschland, darunter einen umfangreichen
Bestand an historischer Filmfotografie (Still Photography). Die Bildserien,
die in einer parallelen Aufnahmesituation am Set fotografiert werden,
halten szenische Höhepunkte eines Films, charakteristische Dekors
und Hauptfiguren in aussagekräftigen Posen fest. Durch Lichtsetzung
und Figurenarrangement steigert der Standfotograf die Affekte - es entstehen
Ausdrucksweisen, die im Film so nicht zu sehen sind.
Diese Bündelung von Emotionen und umstrittenen Themen, die darüber
hinaus der breiten Öffentlichkeit in den Schaukästen der Kinos
zugänglich war, nahm der Gesetzgeber zum Anlaß, nach der kurzen
zensurfreien Periode in Deutschland (November 1918 bis April 1920) im
neugeschaffenen Reichslichtspielgesetz eine eigenständige Reklamezensur
mit motivorientierten Inkriminierungskriterien einzuführen.
Verbotene Bilder zeigt rund 120 repräsentative Originalaufnahmen
aus den zwanziger und frühen dreißiger Jahren, die die Prüfstellen
in Berlin und München für den öffentlichen Aushang verboten
und konfisziert hatten. Die von Ursula von Keitz konzipierte Ausstellung
fragt auch nach Kontinuitäten in der Beurteilung dieser Fotos. Nach
Motivgruppen gehängt, bietet die Schau einen Querschnitt durch die
als "entsittlichend" oder "verrohend" eingestuften
Bildthemen Erotik und Gewalt, Rassismus, Verbrechen, Wahnsinn, Pogrom
und Krieg. Eine Videopräsentation zeigt zensierte Filmausschnitte
aus demselben Zeitraum.
Im Rahmen seines Zensurprojekts hat das DIF darüber hinaus Zensurentscheide
der Film-Oberprüfstelle Berlin zu 833 Fällen aus den späten
Zehner bis zu den frühen Dreißiger Jahren im Internet veröffentlicht.
Die Gutachten könne eingesehen werden unter: www.deutsches-filminstitut.de