(1887–1941)
Walter Ruttmann, Zeitgenosse Thomas Manns, Wassily Kandinskys und Arnold Schönbergs. entstammt einer wohlhabenden Frankfurter Kaufmannsfamilie. Nach dem Abitur studiert er zunächst Architektur, wendet sich aber sehr bald der Malerei zu. An der Kunstakademie in München lernt er Klee und Feininger kennen. Er avanciert schnell zum anerkannten Porträtmaler und virtuosen Zeichner und Karikaturisten. Ruttmanns Arbeiten zeigen Einflüsse Kandinskys, Marcs und der Kubisten. Mit den Künstlern des »Blauen Reiter« teilt Ruttmann den Drang zur Abstraktion, den Rekurs auf die den Dingen zugrundeliegende wesentliche Form, das »Geistige«, und den Wunsch nach Dynamisierung und Verzeitlichung der Malerei. Um Bewegung darstellen zu können, muss die Malerei ihre bisherige Begrenzung verlassen und sich der Musik annähern; sie muss versuchen, das Element der Zeit in sich aufzunehmen. Nicht zuletzt unter dem Einfluss des Futurismus schreibt Ruttmann nach Fertigstellung seines Bildes Abstraktion, Nr. 8 (1918): »Es hat keinen Sinn mehr zu malen. Dieses Bild muss in Bewegung gesetzt werden.«