Buster Keaton

(1895-1966)
Bereits als kleiner Junge wurde Joseph Francis Keaton von seinen Eltern bei Auftritten mit auf die Vaudeville-Bühne genommen und war schon bald ein fester Bestandteil in deren Programm. Er wurde herumgeschleudert und anderen halsbrecherischen Kunststücken ausgesetzt. Durch diese harte Schule erarbeitete er sich schon früh die Fähigkeit, seinen Körper zu kontrollieren und Verletzungen zu vermeiden. Hier ‚verdiente' er sich auch seinen Bühnennamen »Buster«, da er dabei regelmäßig mit seinem Körper Mobiliar zertrümmerte.
Als Buster Keaton 1917 die New Yorker Studios besuchte, in denen Roscoe »Fatty« Arbuckle gerade einen Zweiakter für Joseph M. Schenck drehte, wurde er als Partner von Arbuckle engagiert und debütierte mit The Butcher Boy (1917). Gemeinsam mit Al St. John drehten die beiden in den kommenden zwei Jahren über ein Dutzend Filme.
Als Arbuckle seine Firma nach Kalifornien verlegte, folgte ihm Keaton. Mit Arbuckles Vertragsunterzeichnung bei Paramount stieg Buster Keaton zum Komiker Nr. 1 in seinem alten Studio auf und nutzte die Chance, sich als unvergleichlicher Komödiant den Status eines Stars zu erobern.
Buster Keaton erhielt schon früh große Freiheiten bei seinen Filmen und zeichnete oftmals auch als Drehbuchautor und Regisseur verantwortlich. 1923 entstand mit The Three Ages sein erster abendfüllender Spielfilm, dem die Publikumserfolge Our Hospitality (1923) und Sherlock, Jr., The Navigator (beide 1924) und Seven Chances (1925) folgten. Nach Go West (1925) und Battling Butler (1926) schuf Keaton 1926 mit der Griffith-Parodie The General sein ‚Magnus Opus'.
Ende der 20er Jahre realisierte Buster Keaton den Kinoknüller Steamboat Bill, Jr. und die Komödie College (beide 1927), bevor sein Vertrag an MGM verkauft wurde. Dort begann er mit The Cameraman (1928) fulminant, doch Streitigkeiten mit dem großen Studio um die kreative Kontrolle seiner Filme und Keatons zunehmender Alkoholkonsum verhinderten eine erfolgreiche Fortführung seiner Karriere. Er realisierte noch Spite Marriage (1929) und seinen ersten Tonfilm Free and Easy (1930), bevor er fast nur noch als komischer Nebendarsteller eingesetzt wurde. Eine schlimme Erfahrung für Keaton war die erzwungene Zusammenarbeit mit dem ungehobelten Jimmy Durante im Film What! No Beer? (1933), dessen brachiale Komik das genaue Gegenteil von Keatons fein gestrickten und manchmal beinahe intellektuellen Gags war.
Nach sieben Filmen bei Metro wurde er wegen seiner Alkoholprobleme entlassen. Keaton erhielt daraufhin nur noch Angebote für Low-Budget-Filme von kleineren Produktionsgesellschaften. Daneben spielte er auch in einigen englischen und französischen Produktionen. Zu seinen Arbeiten in den 30er Jahren gehören u.a. Buster se marie (1931), Speak Easily (1932), Allez Oop, Le roi des Champs-Elysées (beide 1934), One Run Elmer, The Invader (beide 1935), Grand Slam Opera (1936) und Pest from the West (1939).
Schließlich wurde er nur noch in winzigen Rollen beschäftigt und Keaton begann, als Gagschreiber für andere Komiker - vor allem für Red Skelton - zu arbeiten. Seine gelegentlichen Filmrollen der 40er und 50er Jahre umfassen u.a. The Spook Speaks (1940) und Forever and a Day (1943), und seine unvergesslichen Auftritte in den Klassikern Sunset Blvd. (1950), Chaplins Limelight (1952) und Around the World in Eighty Days (1956).

In den 60er Jahren begann eine Art Keaton-Renaissance. Seine früheren Arbeiten fanden beim jüngeren Publikum neue Beachtung. Er arbeitete zudem vermehrt in einzelnen Episoden bekannter Fernsehserien wie The Twilight Zone: Once Upon A Time (1961), Route 66: Journey to Nineveh (1962) und Burke's Law: Who Killed 1/2 of Glory Lee? (1964).
Im Kino spielte er nochmals kleinere Rollen in Komödien, die als eine Art Hommage für Keaton inszeniert wurden. Dies gilt sowohl für It's a Mad Mad Mad Mad World (1963) als auch für A Funny Thing Happened on the Way to the Forum (1966), in dem er es sich trotz angeschlagener Gesundheit nicht nehmen ließ, den Zusammenstoss mit einem Baum und dem folgenden Sturz selbst zu spielen. Buster Keaton war dreimal verheiratet, u.a. mit der Schauspielerin Natalie Talmadge. 1960 wurde Buster Keaton für sein Lebenswerk mit dem Ehrenoscar ausgezeichnet. Er starb 1966 im Alter von 71 Jahren.