![]() Portrait Arnold Fanck |
Die weiße Hölle vom Piz Palü |
Kaum ein frühes Filmgenre ist so sehr mit den Namen eines Regisseurs
verbunden wie der Bergfilm, ein Genre, das auch nach über 80 Jahren
noch immer nichts von seiner Faszination verloren hat. Am Beginn seiner
Entwicklung steht der Name eines Freiburger Alpinisten, (promovierten)
Geologen und filmischen Autodidakten: Dr. Arnold Fanck. Er ist Erfinder,
Pionier und unerreichter Meister des Bergfilms zugleich.
Und irgendwie haben alle, die seitdem eine Filmkamera in den Gebirgen
dieser Welt aufgestellt haben, von Fanck gelernt. Manch ehrlicher Regisseur
hat sich sogar ausdrücklich auf Fanck als Vorbild berufen, etwa Werner
Herzog mit Schrei aus Stein (1991). Auch Luis Trenker lernte sein
Handwerk (zunächst noch als Schauspieler) bei ihm, bevor er selbst
begann, Filme zu drehen.
Arnold Fanck war Lehrer und er war Maßstab. In den knapp zwanzig
Jahren seines Filmschaffens hat er an Bildgestaltung, an Dramatik, an
technischen Feinheiten, Wagemut und Beharrlichkeit fast alles perfektioniert,
was möglich war. Den schier unüberwindbaren Schwierigkeiten,
die die riskanten Drehs im hochalpinen Gelände mit sich brachten,
begegnete Fanck mit unerschöpflichem Erfindergeist. Um etwa die Dynamik
des Skilaufs erlebbar zu machen, montierte er eine kleine Bell & Howell-Federwerkkamera
(zu sehen in der Ausstellung) direkt auf den Ski. So konnte erstmals eine
halsbrecherische Abfahrt auf Höhe der Piste im Film gezeigt werden.
Doch Fancks Filme sind nicht nur aufgrund der verwendeten Technik interessant.
Kein anderer verstand es so gut, die faszinierende Welt der Berge, des
Bergsteigens und des Wintersports in grandiosen Bildern auf Zelluloid
zu bannen. Nicht umsonst entschlossen sich Luis Trenker und Leni Riefenstahl
zum Film zu gehen, nachdem sie tief beeindruckt einen seiner Filme im
Kino gesehen hatten. Und ihre erste Station in der »Traumfabrik«
hieß Arnold Fanck...
Ski-Impression ca. 1925
Hier finden Sie Informationen zur »Arnold Fanck–Ausstellung«im Rahmen der StummFilmMusikTage 2005.